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    Ben ist staatl. geprüfter Augenoptiker und Augenoptikermeister.
    2004 begann er seine Lehre bei uns im Haus. Nach zwei Gesellenjahren besuchte er in Vollzeit bis 2011 die Meisterschule in München und leitete direkt danach fast sechs Jahre erfolgreich einen Filialisten in Nürnberg.

    2017 fand er den Weg zurück zum Kastner Brillen Haus.
    Wir freuen uns sehr, ihn nach nun bald 4 Jahren wieder bei uns zu haben.

     

     

    Mit 10 Fragen möchten wir euch sein Fachgebiet näher bringen.

    1. Wieso hast du dich speziell für das Gebiet „Kinderoptometrie“ entschieden?
    Ich selbst habe einen Sohn, und ab Februar einen Zweiten. Jeder der in dieser wundervollen Situation sein darf, weiß, wie nah einem jegliche Art von Entwicklung bei seinem Kind geht. Die Entwicklung der Augen nimmt berufsbedingt natürlich einen sehr großen Stellenwert ein. Oft stelle ich fest, wenn ich älteren Menschen die Augen vermesse, dass ein Auge deutlich schlechter sieht, als das Andere. Spreche ich dies an, erfahre ich oft, dass dies bereits im Kindesalter so war. Das ist sehr schade, da diese „Fehlentwicklung“ oft vermieden werden kann, wenn man diese frühzeitig entdeckt und entsprechend behandelt.

    2. Weshalb ist die Entwicklung der Augen in jungen Jahren so enorm wichtig?
    Mit dem ersten Öffnen der Augenlider bei Geburt beginnt ein langer Lernprozess für unsere Augen. Gleichzeitig öffnet sich ein Zeitfenster. Ein Zeitfenster in dem die wichtigsten Funktionen für gutes und gesundes Sehen erlernt werden. Etwa mit dem 6. Lebensjahr schließt sich dieses Fenster langsam. Bleiben Störungen unentdeckt oder fehlt dem Kind die richtige, visuelle Unterstützung, kann dies sehr häufig nicht mehr aufgeholt werden. Aus diesem Grund ist die kindliche, visuelle Entwicklung von größter Bedeutung.

    3. Müssen Eltern vor einem Besuch bei dir erst zum Augenarzt?
    Nein. Dennoch empfehle ich allen Eltern, die Augen ihres Kindes mindestens ein mal augenärztlich untersuchen zu lassen. Nur dadurch lassen sich irreversible Fehlentwicklungen vermeiden.

    4. Wann sollte eine Untersuchung der Augen stattfinden?
    Bereits in den ersten Lebenstagen -und Wochen werden die Augen auf Auffälligkeiten geprüft. Auch in Folgeuntersuchungen werden die Augen kontrolliert. Die Prüfung der Fehlsichtigkeit lässt sich grundsätzlich in jedem Alter durchführen. Auch entscheidend ist, ob Fehlsichtigkeit und Sehleistung der Augen altersentsprechend sind. Spätestens jedoch sollte dies vor der Einschulung geschehen.

    5. Wie läuft eine Untersuchung der Augen ab?
    Das Wichtigste vorweg: Spaß, Freude und natürlich das Wohl des Kindes stehen bei jedem Termin an oberster Stelle. Es werden stets kindgerechte und altersentsprechende Tests angewandt. Vor der eigentlichen Untersuchung, bzw. beim Termin wird gemeinsam ein Anamnesebogen ausgefüllt. Dadurch lassen sich Auffälligkeiten festhalten und entscheiden meist über den weiteren Verlauf. Es gibt eine Reihe an Untersuchungen, welche grundsätzlich bei jedem Termin stattfinden. Neben der Messung der Fehlsichtigkeit erfolgen auch diverse Funktionsteste der Augen, Augenmuskeln und visueller Fähigkeiten. Hierbei lassen sich Verzögerungen in Entwicklung des Sehens oder andere Auffälligkeiten feststellen, die der richtigen visuellen Entwicklung im Weg stehen.

    6. Muss jede gemessene Fehlsichtigkeit mit einer Brille ausgeglichen werden?
    Nein. Hier gibt es viele Faktoren die Einfluss nehmen. Die Höhe der gemessenen Fehlsichtigkeit spielt neben dem Alter des Kindes eine große Rolle. Außerdem ist das Zusammenspiel beider Augen von großer Bedeutung. Auch die Sehleistung des Kindes ist wichtig festzustellen. Nicht immer ist die Brille allein die richtige Lösung. Erfolgen weitere Therapievorschläge, geschieht dies in Zusammenarbeit mit Fachkollegen (Augenarzt, Ergotherapie, Logopädie, Kinderarzt, …)

    7. Hast du eine Empfehlung für Brillengläser?
    Grundsätzlich empfehle ich immer entspiegelte und gehärtete Brillengläser aus Kunststoff, unabhängig vom Alter des Kindes. Dies hat den Hintergrund, das Sehen des Kindes so angenehm wie möglich zu gestalten. Kinder lernen Sehen bis sie 10 Jahre und älter sind. Dies lässt sich damit so gut es geht unterstützen.
    Natürlich können sich Brillenwerte bei Kids häufiger und auch bereits nach kurzer Zeit ändern, daher lässt sich die Empfehlung nicht generell aussprechen, sondern muss von Kind zu Kind individuell betrachtet werden. Für größte Sicherheit empfehle ich das Glasmaterial „Trivex“ welches zu 100% bruchfest ist.

    8. Wie sieht es mit Sonnenbrillen bei Kindern aus?
    Die Augenlinse von Kindern lässt um ein vielfaches mehr UV-Licht durch, als bei einem Erwachsenen. Besonders bei Babys und Kleinkindern erreichen fast 90% UVA und 50% UVB Strahlen die Netzhaut. Daher ist ein entsprechender Sonnenschutz sehr wichtig. Ich sehe viele Kinder die an sonnigen Tagen eingecremt werden, aber keine Sonnenbrille tragen. Auch gibt es Sonnenbrillen in passender Sehstärke, wenn eine benötigt wird.

    9. Dürfen Kinder auch Kontaktlinsen tragen?
    Ja. Auch Kinder dürfen Kontaktlinsen tragen. Ob formstabile oder weiche Kontaktlinse hängt von der Verträglichkeit, aber auch vom Einsatzbereich ab. Soll die Linse nur gelegentlich für den Sport getragen werden, bietet sich z.B. eine weiche Kontaktlinse an. Ein Mindestalter für das Tragen gibt es nicht. Vielmehr entscheidend ist, geht das Kind sorgfältig und verantwortungsbewusst mit den Kontaktlinsen um? Funktioniert Auf – und Absetzen selbstständig und zuverlässig? Hält das Kind gewisse Regeln zur Hygiene ein? Falls ja, dann ist das Alter kein Kriterium das gegen Linsentragen spricht. Gelegentlich gibt es sogar Fehlsichtigkeiten die besser mit Kontaktlinsen, als mit Brille versorgt werden können.

    10. Worauf sollte bei der Wahl der Brille geachtet werden?
    Auch wenn natürlich das Aussehen der Brille nicht nebensächlich ist, sollte der Sitz der Brille das Wichtigste Kriterium sein. Es sollte verstanden werden, dass das Tragen dieser Brille immer einen Grund hat. Ob eine Brille aus Kunststoff oder mit Nasenpads (meist Metall/Titan) getragen wird, entscheidet der Nasenrücken des Kindes. Ist dieser eher flach, und noch nicht ausgeprägt, empfehle ich Nasenpads, da diese individuell anpassbar sind. Auch die Fehlsichtigkeit kann entscheidend bei der Auswahl sein. Höhere
    Stärken lassen sich besser mit Kunststofffassungen kaschieren, aber auch hier gilt; Wenn Kunststoff auf der Nase nicht passt, sollte eine Metall/Titanfassung bevorzugt werden. Bei Kleinkindern empfiehlt es sich, rundere Formen zu wählen, weil dies ein „über die Brille gucken“ verhindert. In meiner Ausbildung zum Optiker vor 16 Jahren hieß es mal: In runde Gesichter keine runde Brille und umgekehrt. Dies ist längst überholt. Auch bei Erwachsenen.

     

    Abschließend noch ein paar Informationen:

    Visuelle Defizite können sehr vielseitig, sichtbar aber auch versteckt sein. Auf unserer Homepage im Bereich Kinderoptometrie unter „Auffälligkeiten“ gibt es eine große Auflistung um solche besser erkennen zu können. Bei Unsicherheit ist es jederzeit möglich, dies abklären zu lassen.

    Sollte etwas auffällig sein, dürfen Eltern gerne mit uns in Kontakt treten und dies besprechen.

    Oder werft einen Blick in unseren Flyer für Kinderoptometrie.

     

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